- Das Glück (2)
- Das Leben (1)
- Frage des Monats (1)
- Frühling (1)
- Inspirationen (2)
- Jahreszeiten (1)
- Medien (1)
- Salonbrief (1)
- Über mich (1)
Blogroll
Vertrauen
»Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser«, lautet ein Sprichwort, das Sie sicher kennen. Wie gefällt es Ihnen umgekehrt: Kontrolle ist gut, doch Vertrauen ist besser. Vertrauen ist stets ein Vorschuss auf das Gute, auf das wir vertrauen, von dem wir allerdings nicht wissen, ob es auch tatsächlich eintritt. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieser Vorschuss lohnt, ist hoch. So hat zum Beispiel der Mathematiker und Biologe Martin A. Nowak von der Harvard University in spieltheoretischen Experimenten herausgefunden, dass Menschen ihre Entscheidungen überwiegend danach ausrichten, wie sich der andere zuvor verhalten hat. Wer selbst großzügig war, bekam auch großzügige Resonanz, und wer anderen Vertrauen schenkte, dem wurde ebenfalls vertraut.
Daran scheint sich seit Jahrtausenden nichts verändert zu haben. Es kommt immer darauf an, was wir einbringen. Bereits Johannes Chrysostomos (349 - 407 n. Chr.), der Erzbischof von Konstantinopel war, sagte: »Das wahre Glück besteht nicht in dem, was man empfängt, sondern in dem, was man gibt.« Somit wäre das Handlungsprinzip zum Glück recht einfach. Je mehr Positives wir geben, desto glücklicher sind wir - und desto mehr Positives bekommen wir auch zurück.
Das mag simpel und naiv klingen, und es gibt natürlich auch das entgegengesetzte Modell: dass wir im Leben nur etwas erreichen können, indem wir uns gegen andere Menschen durchsetzen und ihnen erst dann vertrauen sollten, wenn wir wissen, dass dies gerechtfertigt ist. Doch wenn es um Glück geht, lohnt sich zumindest die Frage: Welche Einstellung und welches Verhalten macht mich tatsächlich glücklicher?
Vertrauen ist ein Mosaikstein des Glücks, weil sich eine vertrauensvolle Haltung in jeder Hinsicht lohnt: Wir selbst sind zuversichtlicher, wenn wir vertrauen, wir bekommen von anderen Menschen wiederum Vertrauen geschenkt, und es fällt uns auch leichter, dem Leben insgesamt - und dem Glück - zu vertrauen.
Auszug: »Tagebuch zum Glück«, 2009, Monika Thiel